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Dedelstorf / Hankensbüttel - 18. November 2005
  Wie ein mittelgroßes Dorf

 


Dedelstorfer Kaserne beherbergt wieder Polizisten für den Castor-Transport

Dedelstorf . 10 000 Polizisten allein in Niedersachsen sichern am kommenden Wochenende den Atommülltransport auf seiner Reise ins Zwischenlager nach Gorleben. Wie in den vergangenen Jahren, so sind auch wieder einige der Einsatzkräfte in der ehemaligen Richthofen-Kaserne in Dedelstorf stationiert. Seit Juli werden das Gelände und die Räumlichkeiten für die Polizisten hergerichtet. Momentan laufen die letzten Vorbereitungsmaßnahmen.

"Es ist schon viel Routine dabei. Wir machen das ja schon seit fünf Jahren." Für Klaus Rühmann und Michael Redmann gehören die Arbeiten in Dedelstorf schon zum festen Jahresablauf. Die beiden Polizisten und ihr Team sorgen dafür, dass die Einsatzkräfte beste Voraussetzungen im ehemaligen Bundeswehrstandort vorfinden.

"Wir versuchen, es den Kollegen so angenehm wie möglich zu machen", meint Rühmann. "Schlechte Stimmung wollen wir gar nicht erst aufkommen lassen. Im Einsatz selbst haben die Männer und Frauen genug Stress", ergänzt Redmann. Um die gut 1 400 Einsatzkräfte, die bis heute Abend in Dedelstorf eintreffen, bei Laune zu halten, ist auch die Freizeitgestaltung wichtig. Rühmann: "Hier haben wir optimale Bedingungen mit der Turnhalle und dem weiten Gelände für Sporttreibende. Außerdem gibt es die Möglichkeit, Billard zu spielen, zu kickern oder sich einfach mal ruhig in eine gemütliche Ecke zurückzuziehen."

Insgesamt gibt es 1 730 Betten in den 22 Blöcken. Die Polizisten, die in Dedelstorf untergebracht sind, kommen aus Brandenburg, Sachsen, Bremen und Niedersachsen. Damit gute Stimmung unter den Polizisten herrscht, sei das Essen ganz wichtig, betont Rühmann. In der Küche stehen Kollegen, die normalerweise im Streifendienst tätig sind. In Spitzenzeiten bereiten sie bis zu 800 Mahlzeiten zu. Verpflegt werden müssen die Beamten auch während des Einsatzes. Dafür werden ihnen Lunchpakete mit auf den Weg gegeben. "Es ist nicht so einfach, jeden Geschmack zu treffen, aber meist passt es schon", weiß Redmann aus Erfahrung. Auch die Wünsche von Vegetariern werden erfüllt.

Bei der Unterbringung der Männer und Frauen gibt es genaue Vorschriften, die zu beachten sind. Fünf Quadratmeter stehen jedem Beamten zu. Für seine Kleidung bekommt er fünf Kleiderbügel. Auch im Sanitärbereich gibt es Regelungen: Auf fünf Beamte kommt eine Kloschüssel, eine Dusche teilen sich zehn Polizisten. Die Sanitäranlagen sind übrigens in der Regel in Containern zu finden. Die Anschlüsse dieser Kisten ist mittlerweile auch kein Problem mehr. Der Elektriker und die Sanitärfirma aus der Region erledigen dass bereits auch mit Routine.

Die Atmosphäre in der Kaserne mutet fast wie ein mittelgroßes Dorf an. Klar, dass dabei auch eine Menge Abfall anfällt. Gut 70 Kubikmeter Müll werden in den Containern liegen, wenn die Einsatzkräfte die Kaserne nach dem Wochenende verlassen. Bis zum 15. Dezember haben Rühmann, Redmann und ihre Kollegen dann Zeit, das Mobiliar, die Küchenutensilien und alles weitere aus den Blöcken herauszuräumen. Und im Sommer nächsten Jahres beginnt erneut die Vorbereitung auf den nächsten Castor-Transport.

 

Quelle: Isenhagener Kreisblatt


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